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Sonntagsblatt Buchtipp: Christamaria Schröters Sprachschöpfungen Gotteswahrheit und Kunst "Es wörtert": Ein Buch mit Texten und Bildern von Christamaria Schröter, Schwester in der oberfrän- kischen Communität Christusbruderschaft Selbitz, ein Buch zum "Verschlingen". Hat man einmal angefangen, darin zu blättern, zieht es einen in seinen poetischen Wahrheitssog. Es ist ein Buch zum Verschenken, aber auch ein Buch, das man gern zum zweiten Mal liest. Kunst, die aus kirchlichen Kreisen kommt, muss sich oft dem Vorurteil stellen, sie sei im Grunde reine Verkündigung, die sich dekorativ in Kunst verpackt. Das schließt ernsthafte Bewertung auf der künstlerischen Ebene aus. Christamaria Schröter hat die großartige Gabe, beide Verant- wortungen wahrzunehmen: die der ungekünstel- ten Verkündigung der Gotteswahrheit und die der Kunst, die, mitten aus dem Leben schöpfend, in Dimensionen weist, die weit über jeglicher alltäg- licher Dekorativität liegen. Die malende Poetin hat das in Dutzenden von Kartenserien und Büchern bewiesen.
In "Es wörtert" wird die zentrale Frage gestellt: "Gibt es eine Mitte unter den Wörtern?" Dabei
geht es um menschlichen Kontakt, in Wörter-Zeilen rhythmisch musiziert, in Wörterbildern feinfühlig
gestrichelt. Ein Buch, das alle Kommunikation in Frage stellt und nach dem einen Wort sucht, das
über allen Wörtern steht. Eine beunruhigende Betrachtung der weltweiten Wortverwertung, die Menschen
vernetzt, ohne ihre Seelen zu berück- sichtigen. Ein Buch, das im Gedächtnis bleibt. Rheinischer Merkur Auf KontakT-suche
"Es wörtert" heißt das neue Buch der evangeli- schen Ordensschwester Christamaria Schröter. Mit
einer unglaublichen Dichtheit und mit nur wenigen Worten schildert die Autorin die
unterschiedlich- sten Kommunikationssituationen aus allen Lebens- bereichen — vom Alltag bis
zum Management. Im Mittelpunkt steht dabei stets das Individuum, das in unserer multimedialen Welt
und in Zeiten der Reizüberflutung seinen ganz persönlichen Platz sucht. |
Buchhändler heute Es wörtert — ein Titel, bei dem ich das erste Mal etwas stutzig wurde, der mich aber gleichsam neugierig machte. Wörter, Worte, Wortgebilde — jeden Tag werden wir damit konfrontiert: in der alltäglichen Kommunikation miteinander, durch die Massenmedien. Noch bevor ich überhaupt den ersten Text dieser sprachschöpferischen Reflexionen (Untertitel) las, hatte ich in meinen Gedanken be- reits etwas wie ein mögliches Inhaltsverzeichnis aufgebaut: Texte, die zeigen sollen, wo und wie es "wörtert", zu verschiedenen Zeiten, an verschiede- nen Plätzen. Gleich der erste Text sollte meine Vermutungen bestätigen: "vor-Wort?" lautete der Titel:
als das Kind ein Wort sagte ... Gleich hier merkt der Leser, dass Schwester Christa- maria Schröter es mit dem Titel Es wörtert sehr ernst nimmt, sie sucht eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen "Wort". Diese Auseinandersetzung ist ihr gut gelungen, gleich in mehrfacher Hinsicht und bei allen Texten. In "Immerwährende Ankunft" schreibt die bei der Christusbruderschaft Selbitz tätige Lyri- kerin und Malerin: "Lange nach Sonnenuntergang / glühen die Wörter rot wie Augen / wegfahrender Züge ...".
Hier schreibt eine Lyrikerin, die es bestens versteht, mit dem Wort umzugehen, es so zu gebrauchen,
dass der Leser es versteht. Der Leser wird jedoch auch dazu angeregt, sich Gedanken zum Wort zu machen.
Für mich war Es wörtert eine der positivsten Leseerfahrungen der letzten Jahre. |