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Christusbruderschaft – ein evangelischer Orden
Meine Ordensgemeinschaft ist in den „Katakomben“ des 2. Weltkrieges
entstanden (1940 – 1949). Wiewohl sie Ängste jener Zeit miteinander geteilt
hat, war der Sieg des auferstandenen Christus „über alle Mächte, Kräfte
und Gewalten“ das Entscheidende, was sie erlebte und was sie geprägt hat.
Unsere Gründer Hanna und Walter Hümmer, ein Pfarrersehepaar, verstanden
Den Namen „Christusbruderschaft“ als ein Signal: Gott geht in Christus mit
dieser zerfallenen Welt eine Bruderschaft ein. Sie bejahten diesen Namen als
ein Vermächtnis: Gott ist der Handelnde – und damit Richtung weisend für
unser Leben.
Die Versuchung, durch gut strukturiertes Leben eine Gemeinschaft überschau-
bar und funktionstüchtig zu erhalten, ist groß. Aber auch die beste Struktur
ersetzt nicht die innere Lebendigkeit, und wenn sie diese unterstützt, wird sie
flexibel sein müssen.
Das ist nicht nur für uns ein Lernfeld. Es heißt: in Spannungen leben lernen,
nicht auf Sicherheiten gründen, die Berufung täglich neu wagen.
Das Ja Gottes zu uns trägt uns in unserem oft sehr zittrig gelebten Ja zu Ihm.
In diesem Ja entscheiden wir, wie Armut, Keuschheit, Gehorsam (die sog.
„evangelischen Räte“) heute von uns gestaltet sein sollen.
Im perfektionistischen Informationszeitalter kann „Armut“ bedeuten, dass wir
auch in uns der Sucht begegnen, alles haben, wissen und erklären zu wollen
und den Verzicht hier lernen müssen.
„Keuschheit“, die Freiheit, für Christus da zu sein, hat ihre Konsequenzen: eine
solche Beziehung und Intimität der Freundschaft zu Gott will gepflegt sein. Sie
braucht Zeit.
Gehorsam ist ein sehr belegtes Wort für jene, die schon mit Autoritätsproblemen
zu uns kommen. Doch kann keiner daran vorbei, dass Nachfolge Christi auch
„Gehorsam“ bedeutet. Autoritätsschäden können heilen; Kraft zu klarer Ent-
scheidung, Vertrauen und schließlich eigenständige Verfügbarkeit können aber
in der Beziehung zu Gott wachsen.
Sr. Christamaria Schröter
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